Konferenzdolmetschen


Das Konferenzdolmetschen unterteilt sich in zwei untergeordnete Arten des Dolmetschens: Simultan und Konsekutiv.

1) Simultandolmetschen
Unter Simultandolmetschen versteht man die heutzutage wohl am häufigsten angewandte Art des Dolmetschens, bei der der Dolmetscher in einer Kabine mit der entsprechenden Technik sitzt und einen Redebeitrag gleichzeitig mit dem Sprecher, also „simultan“, in die Zielsprache überträgt. Der Dolmetscher trägt hierbei einen Kopfhörer, durch den er den Sprecher hört, und spricht seine Verdolmetschung in ein Mikrofon. Die Zuhörer ihrerseits haben ebenfalls Kopfhörer oder zu Neudeutsch „Headsets“ auf, über welche sie die Verdolmetschung empfangen.

Diese Art des Dolmetschens ist geeignet für alle Konferenzen, auf denen klassische Redebeiträge und Präsentationen gehalten werden. Sie ist jedoch auch die perfekte Lösung für alle Veranstaltungen, bei denen auch die Zuhörerschaft aktiv  involviert werden soll.

Da das Simultandolmetschen permanente Aufmerksamkeit und höchste Konzentration erfordert, arbeiten Simultandolmetscher grundsätzlich mit mindestens einem weiteren Dolmetscher mit der gleichen Sprachkombination zusammen. Aufgrund der beim Dolmetschen ablaufenden Prozesse im Gehirn ist es für eine qualitativ hochwertige und für den Kunden zufriedenstellende Übertragung in die Zielsprache unbedingt erforderlich, dass sich die Dolmetscher etwa alle 30 Minuten abwechseln können, um das Gehirn zwischendurch wieder neue Energie schöpfen zu lassen.

Grundsätzlich bietet das Simultandolmetschen die folgenden beiden Vorteile:

1.    Durch die Gleichzeitigkeit von Redebeitrag und Verdolmetschung wird die gesamte Veranstaltungsdauer nicht verlängert, wie es beim Konsekutivdolmetschen der Fall wäre. Der runde, ungestörte Ablauf der gesamten Veranstaltung ist garantiert. Das gilt auch und gerade dann, wenn die Zuhörer Fragen stellen oder sich anderweitig aktiv beteiligen möchten, da alles Gesagte unmittelbar in die jeweils andere Sprache übertragen wird und es so zu keinen zeitlichen Verzögerungen kommt.

2.    Durch den Einsatz der Kabine ist es dem Simultandolmetscher möglich, alles Gesagte auch zeitnah und in Gänze ohne Störfaktoren wie Nebengeräusche zu erfassen. Dadurch erhöht sich die Qualität der Verdolmetschung erheblich, wenn man dies beispielsweise mit der Variante des Flüsterdolmetschens vergleicht. 

2) Konsekutivdolmetschen
Beim Konsekutivdolmetschen wird der Redebeitrag eines Sprechers nicht simultan in die Zielsprache übertragen, sondern im Anschluss an den Redebeitrag. Hierbei spricht der Redner einige Minuten, um dann eine Unterbrechung zu machen und dem Dolmetscher, der sich während des Beitrags Notizen gemacht hat, die Gelegenheit zu geben, das Gesagte direkt in den Raum hinein zu verdolmetschen.

Diese Art des Dolmetschens ist besonders geeignet für repräsentative Anlässe wie beispielsweise die Begrüßung fremdsprachiger Delegationen oder eine Rede bei einer Betriebsversammlung.

Grundsätzlich ist das Konsekutivdolmetschen zeitlich nur begrenzt möglich und aufgrund der heutigen praktikableren technischen Möglichkeiten auch nur begrenzt zu empfehlen. Die professionelle konsekutive Verdolmetschung beispielsweise einer ganztägigen Mitarbeiterveranstaltung ist alleine aufgrund der Länge des Einsatzes und der gewünschten Interaktion von Seiten der Teilnehmer nicht möglich. Der Dolmetscher müsste hierbei eine Erinnerungsleistung aufbringen, die über den Rahmen des Möglichen weit hinaus geht. Dadurch können ab einem gewissen Punkt wichtige Details untergehen. Auch dem Gehirn eines Dolmetschers sind (leider) Grenzen gesetzt – wenn Sie etwas Zeit erübrigen können, verschaffen Sie sich doch einen kurzen Überblick  darüber, was das Gehirn des Dolmetschers während des Einsatzes leisten muss.
 

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